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Lego-Geldautomat, Seegurken und ein „grüner“ TV

Ein Geldautomat aus Legosteinen, Fußball spielende Roboter, ein Rennwagen aus Carbon mit einem modernen Motor für Biosprit und noch viel mehr Innovatives waren am 27. und 28. September 2010 in Hanau zu bestaunen und auch zu testen. An den beiden Tagen fand zum zweiten Mal die von der Initiative Wissensregion FrankfurtRheinMain organisierte Innovative statt, dieses Jahr im ansprechenden Ambiente des CongressPark in Hanau.

An knapp 60 Ständen haben Hochschulen, Forschungsinstitute, Unternehmen und Netzwerke aus der Region ihre innovativen Produkte, Methoden, Dienstleistungen und aktuellen Forschungsthemen in fünf Ausstellungsbereichen präsentiert: lernen+denken, umwelt+gesundheit, mobilität+raumfahrt, materials+technogy und it+medien. Die Veranstaltung sollte gerade über Anfassen und Mitmachen zu mehr Verständnis für Innovationen führen, und zwar nicht nur bei Fachbesuchern, sondern erst recht bei der jungen Generation. Diese waren auch gut vertreten in Hanau.

Ein Higlight war – nicht nur für mich – der Science Slam: Nach Vorbild von Poetry Slams trugen hier drei junge Wissenschaftler teilweise sehr unterhaltsam ihre aktuellen Themen vor, die am Ende durch die Zuhörer bewertet wurden. Mit einer Stimme Vorsprung siegte die Biologin Daniela Szymanski, die sehr anschaulich über die Besonderheiten von Seegurken referierte. Damit hatte sie den Historiker Fabian Oberfahrenhorst trotz seiner Gesangseinlage knapp geschlagen; er hatte seine Überlegungen zu der Frage, ob es Tourismus im Mittelalter gab, vorgetragen.

Am Abend des ersten Tages trafen sich Entscheider der Region aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zur „Nacht der Innovation“: Hier waren nach der offiziellen Begrüßung zwei anregende Vorträge zu hören: Prof. Dr. Braungart von der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH referierte über das Cradle-to-Cradle-Konzept, das einen bestimmten nachhaltigen Herstellungsprozess zur Produktion von kreislauffähigen Produkten beschreibt, und stellte in dem Zusammenhang – Weltpremiere! – einen neuen Philips TV-Monitor vor, der ohne Kunststoff hergestellt wurde. Anschließend plädierte Dr. Konz von der Schott AG dafür, aus bestehenden, auch geografischen, Strukturen auszubrechen und neue Perspektiven einzunehmen – nur so komme man zu Innovationen wie z. B. die bei Schott entwickelte Glaskeramik ohne Arsen. Nach einer spannenden Podiumsrunde mit weiteren Teilnehmern klang die Nacht der Innovation bei guten Tropfen und Häppchen mit vielen angeregten Gesprächen aus.

Weitere Informationen: www.innovative2010.de
Artikel dazu in der Frankfurter Rundschau: http://www.fr-online.de/rhein-main/suche-nach-zukunft/-/1472796/4681752/-/index.html