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Eine Wissensbilanz für FrankfurtRheinMain

Es ist so weit: Die erste „Wissensbilanz“ liegt vor für die Metropolregion FrankfurtRheinMain. Sie zeigt u.a., dass in unserer Region überdurchschnittlich viele Schüler die Schule mit allgemeiner Hochschulreife verlassen, dass überdurchschnittlich viel in Forschung und Lehre investiert wird und die Studierendenanzahl je Einwohner höher als in allen anderen deutschen Metropolregionen ist. Zugleich deckt die Wissensbilanz relative Schwächen der Region auf. Teilweise deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen beispielsweise folgende Indikatoren: der Anteil der unter 3-Jährigen, die in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderter Kinderpflege betreut werden, und der Anteil an Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr bezogen auf die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Jetzt fragt sich vielleicht der eine oder andere: Was genau ist eine Wissensbilanz und wozu braucht man diese? Laut dem Arbeitskreis Wissensbilanz handelt es sich dabei um „ein Instrument zur strukturierten Darstellung und Entwicklung des intellektuellen Kapitals eines Unternehmens. … Sie entspricht dabei keiner Bilanz im finanziellen Sinne, sondern dokumentiert die Verwendung des intellektuellen Kapitals und bilanziert Zielerreichungen.“ Wie man sieht, wird dieses Instrument nicht nur von Unternehmen, sondern inzwischen auch von Regionen, wie z. B. FrankfurtRheinMain, verwendet. FrankfurtRheinMain möchte sich zur Stärkung ihrer Standortqualität als Wissensregion etablieren und mit der Wissensbilanz zeigen, wo sie im Vergleich mit anderen Metropolregionen steht.

Am Prozess der Wissensbilanzerarbeitung habe ich mit teilgenommen, und zwar an dem eigens hierfür geschaffenen Think Tank. Darin haben Vertreter aus Hochschulen, Forschungsinstituten, Unternehmen, Kammern, Organisationen und Kommunen der Region zusammengearbeitet und Indikatoren für die Wissensbilanz analysiert, bewertet und ergänzt. Ich erinnere mich gut und gern an eine Arbeitssitzung, in der wir diskutiert haben, inwiefern die Anzahl an Cluster- und Netzwerkinitiativen Aufschlüsse über die Qualität als Wissensstandort geben könnte …

Der besagte Think Tank wurde von der Initiative Wissensregion ins Leben gerufen, und diese wurde vor einigen Jahren vom Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, dem IHK-Forum Rhein-Main, der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain und dem Institut für Neue Medien gegründet. Die Initiative Wissensregion hat seitdem mehrere Projekte durchgeführt (wie z. B. die Innovative – siehe mein Blogbeitrag vom 4. Oktober 2010) – die Wissensbilanz ist eines davon.

Jedenfalls finde ich, dass die Wissensbilanz mal eine etwas andere und sehr aufschlussreiche Art der Darstellung einer Region ist. Die Darstellung wird sicher noch mal interessanter, wenn – in ein paar Jahren? – erneut bilanziert wird. Hier kann die Wissensbilanz heruntergeladen werden.