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Europäische Fördermittel für Hessen

Wie die Zeit vergeht: Die aktuelle EU-Förderperiode ist schon wieder über die Hälfte vorbei: offiziell dauert sie von 2007 bis 2013. In der Praxis läuft sie jedoch zwei Jahre länger, also bis Ende 2015, wie es auch schon in vorangegangenen Förderperioden der Fall war. Diese Info und viele weitere Details rund um das Thema EU-Fördermittel gab es auf einer Fachveranstaltung, die vor wenigen Tagen im Planungsverband in Frankfurt am Main stattfand. Neben zahlreichen Informationen über verschiedene Förderprogramme und deren Nutzung in Hessen gab es auch einen Ausblick auf die Zukunft der EU-Förderung; schon jetzt bastelt man natürlich in Brüssel an der Ausgestaltung der nächsten Förderperiode.

Steffen Saebisch, Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium, machte die Position nicht nur Hessens, sondern Deutschlands klar: In einer offiziellen Bund-Länder-Stellungnahme zum fünften Kohäsionsbericht der Europäischen Kommission setze man sich dafür ein, dass weiterhin alle Region in die Strukturförderung einbezogen werden. Saebisch warnte davor, die EU-Förderung zukünftig nach dem Vorbild des Länderfinanzausgleichs in Deutschland zu gestalten. Er kündigte an, dass es grundsätzlich aber schon Änderungen in der Komposition der EU-Fördermittel, insbesondere des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geben wird. Diskutiert würden beispielsweise eine stärkere Bezugnahme auf Metropolregionen und ein größerer Fokus auf Klimaschutzthemen.

Dr. Reinhard Cuny, Leiter der EFRE-Verwaltungsbehörde im hessischen Wirtschaftsministerium, erläuterte einige Förderzahlen und gab Tipps für die Beantragung von EFRE-Mitteln. Diese Mittel fließen in Hessen in drei thematische Prioritätsachsen, wobei Achse 1 „Innovation und wissensbasierte Wirtschaft“ mit einem Volumen von fast 105 Mio. Euro in der aktuellen Förderperiode die am höchsten ausgestattete ist. „Cluster“ sind ein Maßnahmenfeld innerhalb der Achse 1. Derzeit werden beispielsweise 21 Clusternetzwerke in Hessen mit EFRE-Mitteln gefördert (5,7 Mio. Euro). In Achse 1 sind übrigens auch Mittel für interregionale europäische Zusammenarbeit eingeplant. Diese wurden bisher unter Verweis auf das Programm Interreg nicht eingesetzt, eventuell werde es aber noch eine Ausschreibung geben.

In den anderen, auf der Veranstaltung angebotenen Workshops ging es um den Europäischen Sozialfonds (ESF), das Programm Interreg IVB, das EU-Forschungsrahmenprogramm und Förderprogramme für internationale Begegnungen. Es gibt wirklich ein reiches Angebot an Fördermitteln – man muss sich „nur“ herantrauen …