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Umnutzung von Häfen auch in Thailand ein Thema

In Rhein-Main ist es ein oftmals heiß diskutiertes Thema: die Umnutzung von Häfen beispielsweise durch Umwandlung von Hafenarealen in Wohngebiete. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Thema auch in Südostasien aktuell ist, genauer gesagt in Bangkok, wo ich gerade war: Hier hat die Regierungspartei der Demokraten vor einigen Tagen vorgeschlagen, den bestehenden Klong Toey Hafen bzw. Bangkok Port zu verlagern und an seiner Stelle einen öffentlichen Erholungspark zu entwickeln.

Der Bangkok Port befindet sich am Chao Phraya Fluss in Bangkoks Stadtbezirk Klong Toey und damit nicht weit entfernt vom Golf von Thailand. Der 1947 eröffnete Hafen erstreckt sich über eine Fläche von gut 380 Hektar. Im Jahr 2004 (aktuellere Jahreszahlen bietet die Webseite des Hafens nicht) wurden über den Hafen mehr als 15 Mio. Tonnen Fracht umgeschlagen (zum etwaigen Vergleich: Hafen Frankfurt über 2,4 Mio. Tonnen und Hafen Hamburg 121,2 Mio. Tonnen jeweils im Jahr 2010). Der Hafen hat schon seit Jahren Kapazitätsprobleme und so sieht der oben erwähnte Vorschlag vor, den Containerverkehr innerhalb der nächsten (vier!) Jahre auf Null herunterzufahren und in den Laem Chabang Port zu verlagern.

Der Laem Chabang Port ist mit einer Fläche von etwa 1.000 Hektar der größte Hafen Thailands. Er befindet sich in der Provinz Chon Buri rund 130 km südlich von Bangkok entfernt am Golf von Thailand. Der 1991 eröffnete Laem Chabang Port rangiert auf Platz 21 der vom World Shipping Council herausgegebenen Liste der Top 50 World Container Ports gemessen am Umschlag in TEU im Jahr 2008. (Bremen steht hier auf Platz 19 und Hamburg auf Platz 11). Für den Hafen gibt es ein ambitioniertes Entwicklungsziel: Man möchte unter die Top 10 Länder mit den höchsten Hafenleistungen kommen.

Nun jedoch noch einmal zurück zu der Idee, den Bangkok Port umzunutzen: Die Partei der Demokraten möchte mit dem Thema demnächst in den Wahlkampf gehen. Es ist angedacht, den Hafen zur „Citylunge“ und zu einem Erholungspark umzuentwickeln. Man will bei der Gestaltung des Parks die Öffentlichkeit mit einbeziehen, und der Park soll als „eco-system learning centre“ dienen, man möchte hier also offensichtlich auch „grüne Ideen“ mit einbringen. Allerdings wurden außer dem Ziel, dies innerhalb von vier Jahren umzusetzen, noch keine Zahlen zu Kosten und Finanziers genannt. Das Vorhaben klingt insgesamt sehr ambitioniert, und so gibt es natürlich bereits Kritiker, u. a. das thailändische Verkehrsministerium. Andererseits würde es mich nicht wundern, wenn die Idee doch wie angedacht umgesetzt wird: Man muss sich nur einmal anschauen, innerhalb welcher – kurzen – Zeiträume in Asien z. B. neue Flughäfen gebaut werden. Ich werde also weiterhin gespannt die Entwicklung verfolgen, natürlich auch bei uns in Rhein-Main.

Hier kann man übrigens noch einen Artikel in der Bangkok Post vom 22.4.2011 zum Thema lesen: http://www.bangkokpost.com/news/local/233112/democrats-unveil-plan-to-move-port-build-park