Blog

Rhein-Main, Berlin-Brandenburg, Aachen und mehr: zwei Tage Expo Real

Die Gewerbeimmobilienmesse ist auch heute noch geöffnet, aber nach zwei vollen Tagen mit zahlreichen guten Gesprächen und ein paar anregenden Vorträgen lässt sich meine laufende Projektarbeit nicht weiter aufschieben. Also lasse ich direkt nach der Rückkehr meine Eindrücke von der Messe, die dieses Jahr mit 1.610 Ausstellern aufwartet, schnell Revue passieren.

Meine erste Anlaufstelle war der beeindruckende Gemeinschaftsauftritt der Region FrankfurtRheinMain: zahlreiche Kommunen und Unternehmen der Region gemeinsam platziert auf dem Stand der Wirtschaftsförderung Region Frankfurt RheinMain und umrahmt von großen Ständen, jeweils auch mit Unterausstellern, der Städte Frankfurt am Main und Wiesbaden. Themen auf der Event-Bühne waren hier z. B. „grüne Immobilien“, die Entwicklungen im Hafenareal Offenbach in der Altstadt von Frankfurt und natürlich der Flughafen, u. a. mit The Squaire. Und ich fand endlich heraus, was aus dem alten Lokschuppen in Bad Homburg werden soll: Nach dessen Revitalisierung, die im Zusammenhang mit der Neuentwicklung des gesamten Bahnhofsgeländes erfolgt, wird hier künftig eine Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft ihren Sitz haben.

Mein Interesse für (ehemalige) Industriestandorte war auch der Grund, warum ich die Podiumsdiskussion „Leben nach dem Tod – Revitalisierung alter Industrieanlagen“ besuchte. Die Referenten stellten heraus, was solche Areale vor allem im Vergleich zu Neubauten so attraktiv macht: Es gibt eine Geschichte, die man zu so einem Standort erzählen kann, die Leute kennen diese Anlagen meist schon lange und die (neuen) Mieter und Nutzer identifizieren sich in besonderer Weise mit diesen Objekten, so z. B. mit einem zur Wohnanlage umgebauten ehemaligen Straßenbahndepot in Essen. Gute Gründe also, um auch weiterhin alte Industrieanlagen nach Möglichkeit zu bewahren und neu zu nutzen – und natürlich auch noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, was ja in Rhein-Main bereits seit Jahren mit der Route der Industriekultur bezweckt wird.

Auf dem Berlin-Brandenburg-Stand habe ich mich über aktuelle Entwicklungen bei den Berliner Flughäfen informiert: Am 3. Juni 2012 soll der neue Flughafen Berlin Brandenburg namens Willy Brandt in Betrieb gehen. Gleichzeitig schließen der alte Flughafen Schönefeld und der Flughafen Tegel. Letzterer soll sich danach zu einem neuen Industrie- und Forschungsstandort mit Schwerpunkt auf „Urban Technologies“ mit den Themen Energie, Mobilität und Werkstoffe entwickeln. Und aus dem Land Brandenburg waren gestern gleich sieben Bürgermeister vor Ort, um auf die Vorzüge ihrer „Regionalen Wachstumskerne“ aufmerksam zu machen, die für die besondere Förderangebote zur Verfügung stehen.

Und dann habe ich durch einen ehemaligen Arbeitskollegen aus Berliner Zeiten noch von einem spannenden Projekt in Aachen erfahren: dem RWTH Aachen Campus Melaten. Hier sollen einmal auf einer Fläche von etwa 80 Hektar 19 Forschungscluster mit Büro-, Hallen- und Laborflächen für über 10.000 Mitarbeiter entstehen. Bis zu 250 nationale und internationale Technologieunternehmen sollen sich dort ansiedeln und mit der RWTH an gemeinsamen Forschungsprojekten arbeiten. In einem ersten Schritt wird das Forschungscluster Produktionslogistik/„Logistics“ inklusive eines „Logistiktheaters“ entwickelt. Dieses Projekt erinnert mich natürlich direkt an das House of Logistics and Mobility (HOLM), das am Frankfurter Flughafen entstehen wird und einen ähnlichen Ansatz der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft verfolgt.

Gern angeschaut hätte ich mir gestern noch den Auftritt von Heiner Geißler: Er hat auf dem Stand der Metropolregion Rhein-Neckar zum Thema „Große Entwicklungsprojekte im Spannungsfeld von Prozessbeschleunigung und Bürgerbeteiligung“ referiert und diskutiert. Ich war jedoch so in meine Gespräche vertieft, dass ich gar nicht mitbekam, wie die Zeit verging … So soll es sein auf einer Messe!