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Interne Konkurrenz abflachen und externe Konkurrenz gewinnen

Dies forderte gestern Abend Horst Schneider, Oberbürgermeister der Stadt Offenbach, auf einem Symposium zur Zusammenarbeit in der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Neben ihm saßen auch der Wiesbadener und der Darmstädter Oberbürgermeister sowie Frankfurts Regionaldezernent und der Präsident der IHK Darmstadt auf dem Podium. Sie diskutierten, wie die regionale Zusammenarbeit in Rhein-Main verbessert werden kann. Zuvor hatte Dr. Hermann-Josef Lamberti, Vorstand in der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain, in einem Impulsvortrag Denkanstöße zum Thema gegeben.

Die Podiumsteilnehmer tauschten sich zunächst über Beispiele aus, die bereits für eine gute regionale Zusammenarbeit stehen. Am häufigsten wurden dabei der Rhein-Main-Verkehrsverbund, die regionale Abfallverwertung und die kulturelle Zusammenarbeit genannt – letztere konkret in Form des Kulturfonds und der KulturRegion. Im weiteren Verlauf der Diskussion kam auch zur Sprache, dass es ein Ziel des Regionalverbands sein müsse, den „kleinen Kulturfonds mit viel Geld“ mit der „großen KulturRegion mit wenig Geld“ zusammenzuführen. Wenn dies gelänge, wäre es sicherlich ein großer Schritt für Rhein-Main.

Dies gilt aber auch für andere Themen; es ist ein oft monierter Aspekt, dass die Region institutionell schlecht aufgestellt sei, wobei vor allem die hohe Zahl regionaler Initiativen und Organisationen kritisiert wird. In dem Zusammenhang wird u.a. oft die regionale Standortvermarktungsorganisation FrankfurtRheinMein GmbH genannt, deren Tätigkeit sich teilweise mit der Hessen Agentur überschneidet. Diese wiederum will sich in Kürze neu aufstellen und so, wie es derzeit aussieht, scheint sich damit die bestehende Struktur noch weiter zu verfestigen.

Aber zurück zum gestrigen Symposium: Es wurde auch diskutiert, was in Rhein-Main noch nicht so gut funktioniert. Hier wurde zuerst die stationäre Gesundheitsversorgung der Menschen genannt, zudem die Bereitstellung von Wohnraum vor dem Hintergrund der erwarteten Bevölkerungszunahme in der Region, die derzeit noch an Kreisgrenzen endende Schulentwicklungsplanung und die Energieversorgung.

Schließlich gab es unterschiedliche Positionen in der Frage, wie denn nun Visionen und Strategien für die zukünftige Regionalentwicklung aussehen könnte. Einig war man sich, dass es gut sei, dass inzwischen alle in der Region miteinander reden. Ich fand es allerdings schade, dass nur Vertreter des hessischen, nicht jedoch des bayerischen und des rheinland-pfälzischen Teils der Rhein-Main-Region auf dem Podium saßen. Denn wenn die „interne Konkurrenz“ zugunsten der „externen“ Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion in den Hintergrund rücken soll, müssen alle Regionalpartner mit ins Boot genommen werden.