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Spannende Einblicke in ein Luftfrachthub

In diesem Semester bin ich erstmals als Dozentin an einer Hochschule tätig: Für die Erstsemesterstudenten des Masterstudiengangs „International Transport & Logistics“ an der ISM – International School of Management in Frankfurt habe ich den Kurs „Infrastructure Management“ übernommen. Die englische Bezeichnung kommt nicht von ungefähr, denn der Kurs wird komplett in englischer Sprache durchgeführt.

Nachdem ich den Studenten in der ersten Lehreinheit Einblicke in das Thema Verkehrsinfrastrukturen gegeben habe, hatte ich für den zweiten Lehrtag eine Fachexkursion organisiert: zum Luftfrachthub von DB Schenker am Frankfurter Flughafen. Der Standort ist noch relativ neu, wurde 2009 eröffnet und bietet logistische Dienstleistungen für das Luftfrachtgeschäft an. Hier werden Güter umgeschlagen, die in 115 verschiedene Ziele auf der ganzen Erde versendet werden.

Unsere Besichtigungstour beginnt mit einer kurzen Einführung im Foyer, gefolgt von einem Blick auf den Hof und die 40 LKW-Laderampen und einem ausführlichen Rundgang durch die Halle im Erdgeschoss, also über etwa 15.700 Quadratmeter Fläche. Unser Exkursionsführer erklärt die Abläufe am Standort und in welche Bereiche die Halle eingeteilt ist. Neben „normalen“ Lagermöglichkeiten gibt es beispielsweise noch einen Kühllagerungsbereich für Medikamente und einen Sicherheitslagerbereich für empfindliche Ware, wie z. B. Laptops oder Handys.

Zwei Frachtlifte führen in das zweite Obergeschoss der Lagerhalle: einer fasst vier und der andere sogar 15 Tonnen. Für Fracht, die nicht in diese Lifte passen, steht noch ein extra Kran zur Verfügung. Eine Besonderheit im zweiten Obergeschoss ist, dass hier für Airbus Ersatzteile für Flugzeuge gelagert werden, die innerhalb kürzester abgerufen werden können. In den beiden obersten Geschossen des Gebäudes befinden sich Büros.

An mittlerweile zwei Röntgenmaschinen wird Fracht durchleuchtet, wenn es sich nicht um „Bekannte Versender“ handelt. Als solche können sich Logistikunternehmen seit einiger Zeit registrieren lassen, jedoch machen dabei nicht alle mit. Die Studenten freuen sich, als der für die Röntgenmaschinen zuständige Mitarbeiter extra ein paar Teile durchfahren lässt, so dass wir auf dem Bildschirm alles gut erkennen können. Und wir freuen uns zu hören, dass bei dem Röntgencheck wohl nur sehr selten verdächtig aussehende Funde gemacht werden.

Am Standort wird an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr gearbeitet. Da wir an einem Vormittag vor Ort waren, ging es eher ruhig zu. Üblicherweise ist hier nachts am meisten los, weil vor allem abends und nachts die LKWs mit ihren Frachten ankommen, die dann per Flugzeug weiter hinaus in die Welt gehen. Auf der Dachterrasse können wir dann zum Abschluss der Tour auch ein bisschen „Fernluft“ schnuppern und den Flugzeugen beim Starten und Landen zuschauen.

Die Tour war jedenfalls rundum gelungen, die Studenten stellten viele Fragen und waren am Ende so begeistert, dass sie nun am liebsten alle dort ein Praktikum machen würden … Vielleicht klappt das sogar, denn wir erfuhren noch, dass bei DB Schenker ständig Praktikanten gesucht werden, auch für Auslandsstandorte.