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Von größten Bäumen und Feuerspuckern – Weihnachten in FRM

Auch wenn der Taunus nur vorübergehend mit weiß bedeckten Gipfeln aufwarten konnte, so ist es spätestens der Duft nach Glühwein, der uns die Weihnachtszeit ins Gedächtnis ruft. Und da dieser Duft nun allerorts mehr und mehr zu erschnuppern ist, kann man sich diesem Thema doch einmal etwas ernster nähern und, wie in diesem Blog üblich, dabei ebenfalls den regionalen Charakter betrachten.

In nahezu jeder Stadt der Metropolregion FrankfurtRheinMain (FRM) ist es schon lange Brauch, jährlich einen Weihnachtsmarkt auszurichten. Der älteste in der Region ist wohl der Weihnachtsmarkt in Frankfurt am Main, zugleich der Zweitälteste Deutschlands. Der Markt nimmt für sich in Anspruch, stets mit dem größten Weihnachtsbaum der Republik aufwarten zu können. Hierfür wurde dieses Jahr zum 26. Mal ein Baum von außerhalb geholt. Es ist also mittlerweile für Frankfurt zur Tradition geworden, sich den Weihnachtsbaum von einer Stadt oder Region aus dem Ausland sponsern zu lassen. Im Gegenzug darf der Sponsor einen exklusiven Stand direkt auf dem Römer neben dem Weihnachtsbaum unterhalten und Werbung für sich selbst machen. Für den diesjährigen Baum ist die Stadt Basel aufgekommen.

Da fragt man sich zwangsläufig: Warum muss Frankfurt eigentlich den Größten haben? Die Antwort ist simpel: Als eine Stadt mit der höchsten Skyline Europas ist Höhe schon beinahe so frankforterisch wie heißer Apfelwein zur Weihnachtszeit. Der Baum ist es allerdings nicht, denn weder im Stadtwald, noch im Taunus findet man solche Kaliber.

Doch nicht nur in Frankfurt verwundert es nicht, dass der Weihnachtsmarkt gestern wie heute gut besucht ist und man sich zu manchen Stoßzeiten mit dem Ellbogen durchkämpfen muss, um von einer Bude zur nächsten zu kommen. Die Besucherzahlen in Frankfurt, Mainz, Wiesbaden und andernorts in der Metropolregion steigen nahezu jedes Jahr. In einer vom Bundeswirtschaftsministerium herausgegebenen Sonderstudie zum Thema Freizeitparks, Märkte und Volksfeste aus dem Jahr 2012 wurde bereits festgestellt, dass die Besucherzahlen auf deutschen Weihnachtsmärkten von 2000 bis 2012 um 70% angestiegen sind und damit eine gegenläufige Entwicklung zu anderen Volksfesten darstellen.

Zugleich sind die Weihnachtsmärkte, die sich nicht gerade in einem Ballungsgebiet befinden, gefährdet. Jene Weihnachtsmärkte, welche in den letzten Jahren nicht wieder aufgemacht wurden, litten allesamt darunter, dass sie zu generisch waren. Spezialisierung und Regionalisierung muss hier das Leitmotiv sein, damit man Besucher nicht in die Ballungsräume verliert. Und für Spezialisierung bietet die Region FRM auch einige Beispiele:

Da wäre zum einen der „Romantische Weihnachtsmarkt“ der Stadt Bad Homburg im Schlossgelände, welcher sich darauf ausgerichtet hat, eine besonders wohlige Atmosphäre für die angenehme Zweisamkeit zu bieten. Wer es gerne bunter mag, der kann am Frankfurter Weihnachtsmarkt einen Abstecher auf den Friedrich-Stolze-Platz zum Rosa Weihnachtsmarkt der Frankfurt LGBT-Community (LGBT = Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) machen und in pink- bzw. rosa-farbiger Umgebung den etwas anderen Weihnachtsflair genießen. Wer es schließlich spektakulärer haben möchte, dem sei die Ronneburg in der Wetterau ans Herz gelegt. Der historische Weihnachtsmarkt in der Burganlage ist durch und durch mittelalterlich gehalten und neben heißem Met und anderen althergebrachten Gaumenfreuden finden sich hier Minnesänger und Feuerschlucker.

So ist in der Region für jeden Geschmack etwas dabei. Jetzt gilt es nur noch, die nötige Weihnachtsstimmung zu erzeugen und darauf zu hoffen, dass Feldberg und ganz FRM pünktlich zu Heilig Abend weiß bedeckt sind. Wir von region + projekt wünscht schon jetzt eine beschauliche Vorweihnachtszeit und ein frohes Fest!

Hier gibt es eine Übersicht über die Weihnachtsmärkte in FRM: www.fnp.de/themen/weihnachtsmaerkte-rhein-main.