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Mobilität boomt: von Radschnellwegen, Carsharing und Schienenverkehrsprojekten

Letzte Woche hatte ich einen sehr „mobilen“ Tag: Ich fuhr morgens mit dem Fahrrad ins Büro, danach mit der S-Bahn zu einem Termin nach Bad Homburg und zurück, nach einer Stunde im Büro mit dem Fahrrad zum Oberurseler Bahnhof, von dort aus mit einem Carsharing-Auto zu einem Termin nach Frankfurt und wieder zurück nach Oberursel, zu guter Letzt mit dem Fahrrad wieder nach Hause. Am Abend dachte ich: wow, wie gut ich es habe mit all diesen Mobilitätsangeboten! Und es soll ja noch besser werden in der Zukunft – beispielhafte Stichworte sind hier Radschnellwege, mehr Carsharing-Angebote oder der Ausbau der Schienenverkehrsinfrastruktur, kombiniert mit einer immer intelligenteren Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel.

Radschnellwege sind laut ADFC „Radverkehrsverbindungen, die direkt geführt und qualitativ hochwertig Wohn- und Gewerbegebiete bzw. Stadtzentren miteinander verknüpfen“. Sie sollen also konstant hohe Fahrgeschwindigkeiten durch möglichst wenig Wegekreuzungen, gerade Linienführung, gute Oberflächenqualität und eine Mindestwegebreite ermöglichen. Am weitesten sind in FrankfurtRheinMain die Planungen für den Radschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt vorangeschritten. Eine Machbarkeitsstudie liegt vor und das Land Hessen hat bereits Fördermittel für die Realisierung zugesagt. Der zweite Radschnellweg soll Hanau und Frankfurt miteinander verbinden. Für diese Route soll demnächst eine Machbarkeitsstudie erstellt werden.

Was das Thema Carsharing angeht, so gibt es in der Region bereits eine Reihe an Angeboten. Der Bundesverband Carsharing hält auf seiner Webseite eine Deutschland-Karte bereit, die zahlreiche Carsharing-Angebote anzeigt. Angebotsschwerpunkte sind in unserer Region in Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und Darmstadt zu erkennen. Hier tummeln sich Anbieter wie DB Flinkster, book’n’drive (auch in Oberursel vertreten und von mir seit drei Jahren gern genutzt!), stadtmobil, Car2go und Ford Carsharing. Es ist davon auszugehen, dass diese Angebote in der Zukunft weiter ausgebaut werden, und zwar explizit auch weiter im Bereich Elektromobilität.

Ein Beispiel für ein regionales Zukunftsprojekt auf der Schiene ist die Regionaltangente West (RTW). Hierbei handelt es sich um eine S-Bahn-Strecke, die Städte im Hochtaunuskreis, Main-Taunuskreis und dem Kreis Groß-Gerau mit dem Frankfurter Flughafen verbinden soll, ohne den Frankfurter Hauptbahnhof zu kreuzen. Ich persönlich fände es natürlich sehr praktisch, wenn ich in Oberursel in die S-Bahn einsteigen und ohne umzusteigen direkt an den Flughafen fahren könnte. 2008 wurde die Planungsgesellschaft für die RTW gegründet. Es ist vorgesehen, in diesem Jahr mit dem Planfeststellungsverfahren zu beginnen. Es wird also noch ein paar Jahre dauern, bis die RTW Realität sein kann.

Darüber hinaus sind weitere Projekte in Planung, teilweise schon seit vielen Jahren, darunter der Bau der Nordmainischen S-Bahn östlich von Frankfurt, die Anbindung des Frankfurter Stadtteils Gateway Gardens an die S-Bahn, der Bau eigener Gleise für die S-Bahn nach Friedberg, die ICE-Trasse Rhein/Main–Rhein/Neckar sowie der Ausbau der Fernzugverbindung Hanau–Würzburg/Fulda. Nicht bei allen genannten Projekten steht fest, ob sie tatsächlich einmal umgesetzt werden.

In jedem Fall erscheint mir Mobilität als einer spannendsten Bereiche, in denen sich aktuell viel tut und mit Sicherheit auch in Zukunft noch viel tun wird. Vielleicht werde ich in einigen Jahren ja tatsächlich mit einer Bahn ohne Zwischenstopp von Oberursel an den Frankfurter Flughafen fahren, von dort aus mit einem selbstfahrenden Auto zu einem Termin nach Hanau und von dort aus wiederum mit einem Pedelec auf einem Fahrradschnellweg zurück nach Frankfurt und Oberursel.