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Die Industriekultur in Rhein-Main lebt

Anfang der Woche ist das Programm für die diesjährigen Tage der Industriekultur Rhein-Main erschienen. In der vorigen Woche gab es auf dem Hessentag reichlich Infos über Oberursels Industriegeschichte. Und Anfang Juni fand in und um Frankfurt am Main die erste Lange Nacht der Industrie statt. Obwohl die Bedeutung der Industrie oftmals immer noch unterschätzt wird, gerade auch in Rhein-Main, ist also nicht abzustreiten, dass das Thema Industrie(kultur) doch aktuell ist! Hier ein paar mehr Details.

Vom 2.-7. August 2011 ist es so weit: Dann finden die diesjährigen Tage der Industriekultur statt, organisiert wie immer von der KulturRegion FrankfurtRheinMain. Es ist ein reichhaltiges Programm mit rund 280 Veranstaltungen an 125 Orten entstanden, darunter z. B. eine Rundfahrt mit der historischen Eisenbahn zu Merck, eine Führung und ein Film im Rhein-Main-Deponiepark, eine Barkassenfahrt zu historischen Punkten der Industrie und Technik Frankfurts … Ich werde auf jeden Fall an einigen Veranstaltungen teilnehmen, zumal ich redaktionell die Erstellung der Programmbroschüre betreut habe und natürlich die Veranstaltungen nicht nur auf dem Papier sehen will. Alle Termine sowie die Programmbroschüre gibt es online bei der KulturRegion.

Vergangene Woche stand DAS Highlight für die Stadt Oberursel auf der Agenda: der Hessentag, den vom 10.-19. Juni offiziell 1,375 Mio. Menschen besuchten. Unter den über 1.000 Veranstaltungsangeboten fand sich auch einiges für am Thema Industriegeschichte Interessierte: So stellte die AG Industrie- und Handwerksgeschichte des Oberurseler Geschichtsvereins anschauliche Informationen über Oberurseler Industrieunternehmen aus, von denen es viele heute nicht mehr gibt. Die Unternehmensportraits kann man sich auf der Webseite des Vereins herunterladen. Zudem hatte die AG extra zum Hessentag die Ausstellung „Glas. Made in Oberursel“ auf die Beine gestellt – die Ausstellung wurde als Geheimtipp gehandelt! Zu sehen gab es viele Glasprodukte der einst bis zu 75 zuliefernden, weiterarbeitenden und glasveredelnden Betriebe, die nach dem 2. Weltkrieg von heimatvertriebenen Glasfachleuten aus dem Sudetenland und Schlesien sowie von Flüchtlingen aus Thüringen gegründet worden waren.

Die „Lange Nacht der Industrie“ fand am 9. Juni 2011 erstmals in und um Frankfurt am Main statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von einer Agentur, Kooperationspartner war die IHK Frankfurt. Das Konzept der Industrienacht ist hier wie auch in anderen deutschen Städten gleich: An einem Abend werden mehrere Bustouren zu verschiedenen Industrieunternehmen durchgeführt und die Teilnehmer, darunter viele junge Leute, bekommen Einblicke in die Unternehmensabläufe und können die Firmen auch als potenzielle Arbeitgeber kennenlernen. Im Raum Frankfurt gab es acht Bustouren, z. B. zu Clariant und Infraserv im Industriepark Höchst, zu Siemens, Barth Galvanik, Continental, Lufthansa Technik und Rothenberger Werkzeuge. Die Touren waren ausgebucht, so dass rund 800 Personen sich ein aktuelles Bild von den Industrieunternehmen verschaffen konnten.

Vielleicht kann man ja zukünftig die „Lange Nacht der Industrie“ mit den Tagen der Industriekultur zusammenbringen? Das würde dem Thema sicher noch mehr Strahlkraft verleihen.

Poster Tage der Industriekultur Rhein-Main 2011