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OECD bescheinigt Hochschulen Erfolg bei der Förderung von Unternehmertum

Dies kann man als Fazit der Konferenz „Förderung von Unternehmertum an Hochschulen in Ostdeutschland“ nennen, auch wenn die OECD-Vertreter zugleich noch viele Optimierungsmöglichkeiten sehen. Die Konferenz fand am 10. Juni in Berlin statt, ich hatte sie im Auftrag der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und in Kooperation mit dem Bundesinnenministerium (Arbeitsstab Angelegenheiten der Neuen Bundesländer) in den letzten Monaten organisiert.

Trotz der Flut, die an dem Tag gerade in mehreren Teilen Ostdeutschlands herrschte, waren über 100 Teilnehmer nach Berlin gekommen. Ihr Interesse galt vornehmlich zwei Punkten: Erstens den Ergebnissen der OECD-Studien und der OECD-Hochschulbefragung, die zum Konferenzthema in den vergangenen zwei Jahren durchgeführt wurden und die ich inhaltlich und organisatorisch begleitet habe. Zweitens dem Erfahrungsaustausch mit anderen Hochschulen, wofür wir 38 Rundtischgespräche organisiert hatten.

Die Fallstudien an sechs ostdeutschen Hochschulen zeigten u. a., dass die Hochschulleitungen das Thema Unternehmertum immer stärker unterstützen, dass die Hochschulen vielfältige Ansätze zur Gewinnung von Studierenden für Unternehmertum nutzen und die Hochschulen sehr gut mit externen Einrichtungen zur Gründungs- und Wirtschaftsförderung vernetzt sind. Insgesamt sind an ostdeutschen Hochschulen, wenn man die Ergebnisse der Hochschulbefragung vom Spätsommer 2012 zugrunde legt, einige Trends erkennbar: An den meisten Hochschulen nehmen weniger als 20 Prozent der Studierenden an ostdeutschen Hochschulen an Lehrveranstaltungen zum Thema Unternehmertum teil. Die Lehrangebote, die es zu dem Thema gibt, fokussieren sehr stark auf das Verfassen von Businessplänen, obwohl dies von vielen Fachleuten nicht als Kernpunkt der Gründerlehre gesehen wird. Es gibt sehr vielfältige Angebote zur Gründungsförderung an den Hochschulen, diese konzentrieren sich allerdings vor allem auf die Vorgründungsphase. Aus diesen Trends ergeben sich einige eindeutige Empfehlungen für die zukünftige Ausgestaltung der Förderung von Unternehmertum an Hochschulen.

Wie die Hochschulen Unternehmertum in der Praxis fördern und wie erfolgreich sie dabei in vielen Fällen schon sind, zeigten die Rundtischgespräche, an denen Vertreter von fast 30 deutschen und internationalen Hochschulen und Institutionen mit den Konferenzteilnehmern ins Gespräch und den Austausch traten. Beispielhaft genannt seien an dieser Stelle das Konzept der finnischen Turku School of Economics, um Studierende zum Unternehmertum anzuregen, die Einbeziehung von Alumni in der Gründungslehre und Gründungsförderung an der TU Berlin und der Ansatz der Selbst Management Initiative Leipzig an der Universität Leipzig zur Stärkung der Gründungslehre. Die Rundtischgespräche wurden mit gutem Grund von vielen Teilnehmern als das Highlight der Konferenz angesehen.

Programm der Konferenz: {filelink=24}(pdf, 703 KB)

Booklet mit deutschen und internationalen Gute-Praxis-Beispielen zur Förderung von Unternehmertum an Hochschulen (in Englisch): {filelink=25}(pdf, 750 KB)

Auf der Webseite des Bundesinnenministeriums gibt es einen kurzen Bericht mit Foto zu der Konferenz.