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Frankfurt bekommt sein HOCI

Das war Titel und zugleich Hauptbotschaft einer Veranstaltung, die am Montagabend in der IHK Frankfurt stattfand. Gern war ich der Einladung von CLUK, dem Cluster der Kreativwirtschaft in Hessen, zu dieser Veranstaltung gefolgt. Denn die CLUK-Initiatoren arbeiten seit rund zehn Jahren an ihrem Konzept für das House of Creativitiy and Innovation – kurz HOCI und ausgesprochen „Hotschi“, und vor etlichen Jahren durfte ich sie ein kleines Stück beratend auf diesem Weg begleiten. Damals überlegten wir, inwiefern ein House of Creativity von den Erfahrungen profitieren könnte, die zuvor bei der Konzeption und Planung des House of Logistics and Mobility (HOLM) gesammelt wurden.

Wer sich in der Innovationslandschaft in FrankfurtRheinMain auskennt, weiß: In der Region gibt es nicht nur das HOLM, sondern beispielsweise auch das House of Finance, das House of Pharma & Healthcare und das House of Digital Transformation (ursprünglich House of IT). Übrigens vielleicht auch bald ein House of Food. Die Initiatoren vom CLUK sind davon überzeugt, dass es nun bald in Frankfurt auch das HOCI geben wird.

Das HOCI soll praktisch ein gut sichtbares Zuhause für die Kreativwirtschaft werden. Dort sollen sich Architekten, Autoren, Designer, PR-Experten, Veranstaltungsorganisatoren und weitere kreative Branchen treffen, vernetzen, miteinander arbeiten, Neues schaffen, sich der Öffentlichkeit zeigen und mit ihr interagieren. Im April dieses Jahres hatte CLUK ein Manifest veröffentlicht, in dem Ziele, Umsetzungsvorstellungen und mögliche Partner des HOCI dargestellt und von namhaften Unterstützern unterzeichnet wurden. Nicht nur hierauf ging Wolfgang Weyand, Vorsitzender des CLUK, in seiner Keynote ein, nachdem zuvor IHK-Präsident Ulrich Caspar betonte, die IHK unterstütze – inklusive Vollversammlungsbeschluss – den Aufbau des HOCI. Wolfgang Weyand nannte drei Gründe, warum der bisherige Prozess für die Planung des HOCI so lange dauerte: 1. dass die Kreativwirtschaft von vielen als ein Buch mit sieben Siegeln betrachtet wird, 2. dass den Kreativschaffenden oft wirtschaftliche Kompetenz abgesprochen wird und 3. dass die Kreativwirtschaft keine Branche ist, die Immobilienleerstände als Zwischennutzung bespielen möchte, sondern, wie andere Branchen, Planungssicherheit benötigt.

In der abschließenden Podiumsrunde bekräftigte Stephanie Wüst, die seit 30 Tagen neu amtierende Frankfurter Wirtschaftsdezernentin, dass auch die Stadt inklusive der Wirtschaftsförderung fest hinter dem HOCI-Projekt stehe. Sie verwies darauf, dass das HOCI im Koalitionsvertrag der neuen städtischen Regierung verankert sei. Sie plädierte dafür, im nächsten Schritt zur Konkretisierung der Planungen nicht nur Modelle für die Betreiberschaft und für die Finanzierung des HOCI auszuarbeiten, sondern auch eine Standortanalyse durchzuführen. Denn noch steht nicht fest, wo das HOCI seinen Sitz haben wird.

Auf dem Podium v.l.n.r.: Niko Gültig (Geschäftsführer CLUK), Frank Zumbruch (Anstifter und Geschäftsführer der Machwerkstatt in Köln), Stephanie Wüst (Wirtschaftsdezernentin der Stadt Frankfurt am Main), Claudio Montanini (Vorstand CLUK, Präsident des Marketingclubs Frankfurt). Foto: Manuela Wehrle

In den Redebeiträgen der CLUK-Vertreter klang durch, dass schon sehr konkrete Gespräche zu möglichen Standorten für das HOCI geführt werden, aus verständlichen Gründen hierzu jedoch keine Auskunft gegeben wird. Benannt wurde jedoch eine Vorstellung zur Größe des HOCI: man denkt an ca. 6.000 Quadratmeter, auf denen 5 Bereiche Platz finden sollen: Work, Living, Lab, Community und Public. Was hierunter jeweils zu verstehen ist, kann man im Manifest nachlesen.

Die Initiatoren sind sich sicher: Das HOCI wird definitiv kommen. Ich wünsche es den Aktiven und Unterstützern des Vorhabens sehr, dass das HOCI tatsächlich Realtität wird, und werde dafür gern auch, wo geeignet, Werbung machen.